Höchenschwand, Heilklima: himmlisch wohltuend

Höchenschwand verdankt sein Zertifikat "Heilklimatischer Kurort" unter anderem den Besonderheiten seines Klimas.

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Die heilende Wirkung des Klimas auf den Verlauf von Krankheiten  ist sowohl Faktum ärztlicher Erfahrung und als auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Die Qualität eines Klimas wird in erster Linie von naturgegebenen Bedingungen bestimmt. Für Höchenschwand sind dies die geographische Lage, die Bodenbeschaffenheit, die Oberflächengestalt des Geländes und die Vegetationsart.

Dabei hat die Klimaforschung eine Reihe physiologischer Wirkungen ermittelt, die für das menschliche Befinden von hoher Bedeutung sind:

Besonderen Einfluss hat die Wirkung der Sonne. Dank seiner Kuppenlage in 1015 m Höhe besitzt Höchenschwand unter allen deutschen Gemeinden im Jahresdurchschnitt mit die längste Sonnenscheindauer. Zu dieser kommt die Intensität der Strahlung. Dem geringen Aerosolgehalt der Luft zufolge ist die Strahlenabsorption gering und der Strahlungseffekt infolge der Ortshöhe und des günstigen Einfallwinkels besonders groß. Des Weiteren steigert die Einwirkung des ultravioletten Lichtanteiles auf die Haut Stoffwechselprozesse und führt dadurch zur allgemeinen Verbesserung der Abwehrkräfte. Darüber hinaus stimuliert die vermehrte Lichtmenge die Funktion der Nebennieren. Die gesteigerte Cortisolproduktion wirkt nicht nur in mannigfacher Weise auf körperliche Vorgänge, sondern besitzt insbesondere einen aufheiternden Effekt auf die Stimmung des Menschen. 

Die Reinheit der Luft ist im Zusammenhang mit der bedrohlichen Luftverschmutzung in den Ballungszentren für den Gast erstrangiges Bedürfnis. Die Lage von Höchenschwand oberhalb der Inversionsschicht und die meist herrschende leichte Brise sorgen für die ständige Erneuerung der Luftschicht, wobei die Menge schädlicher Stoffe gering ist. Die saubere Luft wirkt sich speziell bei Erkrankungen der oberen Atemwege günstig aus.

Die Lufttemperatur mit einem Jahresmittel um +6,4°, einem mittleren Maximum von 26,5° im Juni und einem tiefsten Monatsminimum von -13,4° im Januar hat einen ausgewogenen Jahresverlauf. Die sich bei winterlichen Hochdrucklagen einstellende Temperaturumkehr, mit warmer Sonne und klarer Fernsicht in der Höhe oberhalb der Inversionsschicht, ist im Unterschied zu dem sich unter der Nebeldecke befindlichen kalten Rheintal für viele ein großartiges Erlebnis.

Die Abkühlungsgröße, bedingt durch Temperatur und Strömungsgeschwindigkeit der Luft, ist für die Reizstärke eines Klimas maßgebend. Selten herrscht in Höchenschwand absolute Windstille. Die fast ständig leichte Brise verhindert selbst im Hochsommer eine belastende Schwüle.

Die Niederschlagsmenge ist auf Grund der geographischen Lage relativ gering. Die größte Menge fällt im Dezember, die geringste im Februar. Nebeltage sind selten. Daraus ergibt sich eine bekömmliche, trockene Luft. Schnee kann schon im Oktober fallen, mit einer geschlossenen Schneedecke mit mittleren Schneehöhen von 80 cm ist normalerweise ab Weihnachten und bis März zu rechnen.

Der geringe Luftdruck in der Höhenlage führt zu einem deutlich niedrigeren Sauerstoffpartialdruck im Blut, der sich anregend auf Herz- und Atemtätigkeit auswirkt.

Nach den geltenden Kriterien wird das Mittelgebirgsklima von Höchenschwand mit seinen für jeden Laien spürbaren Auswirkungen von den Meteorologen der Reizstufe 3 zugeordnet.

Die physiologische Wirkung auf den Menschen ist immer das Ergebnis von vielerlei gleichzeitigen Einwirkungen. Ihr Effekt hängt außerdem von der individuellen körperlichen und seelischen Sensibilität des Menschen ab. Daher ist die Auswirkung eines Klimas nicht nur bei gesunden Menschen, sondern bei unterschiedlichen Krankheiten sehr individuell, was bei den Kurortindikationen Berücksichtigung findet.

Abgesehen von den geschilderten speziellen Einflüssen auf bestimmt Funktionen von Organen und des Stoffwechsels besteht der Nutzen eines Heilklimas vor allem in der Mobilisierung der im Immunsystem wirkenden Abwehrkräfte, die sich nicht nur in gesteigerter Heilungstendenz, sondern in verminderter Krankheitsanfälligkeit auswirkt und allgemein als Umstimmung bezeichnet wird.

Die Landschaft ist neben dem Klima der für Höchenschwand zweitwichtigste ortsspezifische Heilfaktor. Der Lage des Ortes mit noch immer dörflichem Charakter, mitten in einer reizvollen Landschaft kombiniert mit klimatischen Vorzügen verdankt der Kurort seine Spitzenstellung. Frei von aller Industrie, im weiten Umkreis nur Wiesen und Felder im stetigen Wechsel mit Wäldern, hat der Blick in die Ferne und in den offenen Himmel eine tiefe, befreiende Wirkung.
Mancher Frühaufsteher erlebt zum ersten Mal in Höchenschwand, besonders im Winter und im Frühjahr, die Schönheit eines Sonnenaufgangs über der Bregenzer Alpenkette. Jedermann ist beim Anblick der im Sonnenglanz leuchtenden Gletscher und Schneefelder sowie der zum Greifen nahe erscheinenden Schweizer Alpen tief beeindruckt. Im Frühsommer und noch mehr im Herbst kann das am Horizont ablaufende Farbenspiel der untergehenden Sonne bewundert werden.

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